Rot-Schwarz stürmt den Borsigpark

Samstag, 2.6.2012, 10h
Borsigpark

Real Reinickendorf – SV Solidarität/Tasmania 0:5 (0:3)

+++ Aufstellung +++
Thomas – Jan, Max (C), Simon – Severin, Thies, Armin, Christian – Nils, Gregor – Felix

+++ Tore +++
0:1 Felix (Christian)
0:2 Nils
0:3 Nils (Felix)
0:4 Christian
0:5 Nils (Felix)

+++ Spielbericht +++
Nach der 0:1-Schlappe beim Auswärtsspiel gegen Laterne wollten die Rot-Schwarzen heute endlich mal einen Dreier gegen einen „Großen“ landen. Der Gastgeber Real Reinickendorf stand seinerseits als Tabellen-Zweiter im Aufstiegs-Fernduell gegen die SG Laterne (in Tempelhof) unter Druck und musste unbedingt punkten. Wie leider so häufig in der Rückrunde, bekam die Hammerbacher-Truppe gerade so eben elf Spieler zusammengekratzt, die es also heute allesamt über 90 Minuten richten mussten. Ein besonderer Dank geht dabei an Gastspieler Gregor, der kurzfristig aushalf und an Felix, der eigentlich krank war und trotzdem wacker durchhielt. Und last but not least an Thomas alias die „Rixdorfer Katze“, der wieder das Soli-Tor hütete (und wie!).

Zu Beginn gestaltete sich die Partie im mit ca. 15 Zuschauern mäßig gefüllten Reinickendorfer Borsigpark relativ ausgeglichen. Wirklich zwingende Szenen kamen kaum zustande, bis Soli plötzlich den 0:1-Führungstreffer erzielte: Christian hatte von rechts flach hereingegeben, Felix brachte seinen Fuß noch an den Ball und der Real-Keeper konnte gar nicht anders als den Ball reflexartig in Richtung eines Abwehrspieler abzuwehren, von dem der Ball zurückprallte und zum Entsetzen der aufstiegshungrigen Real-Fans über die Linie kullerte. Im Tennis nennt man so etwas wohl einen „Forced Error“. Soli hatte in der Folgezeit mehr vom Spiel und konnte sogar noch erhöhen nach einem Solo von Nils, der einen Gegenspieler auswackelte und flach ins lange Eck traf. Real zeigte sich beeindruckt, die Team-interne Gruppendynamik ließ angesichts der Aussicht, nach einer langen Saison nun noch alles zu verspielen, eine deutliche Abwärtsspirale erkennen. Während die Beschimpfungen sich anfangs noch auf eigene Mitspieler konzentrierten, wurden auch Schiedsrichter und der SV Soli angesichts der vermeintlich unsportlichen Entstehungsgeschichte des Treffers zum 0:3 zur Zielscheibe für die Reinickendorfer Aggressionen. Das war geschehen: Ein Real-Stürmer hatte am Soli-Strafraum den Ball verloren und wartete vergeblich darauf, dass der Schiedsrichter Foul pfiff. Soli spielte den Konter schnell aus, Felix legte kurz hinter der Mittellinie auf den völlig freistehenden Nils, der durchstartete, den Keeper umkurvte und einschob. Die wütenden Real-Proteste, Soli hätte den Ball angesichts des verletzten Stürmers ins Aus spielen müssen, konnte Max beim Pausentee relativieren („Ich habe den Spieler gefragt, ob wir den Ball raus spielen sollen, dann hat er sich erstmal umgeguckt, wo der Ball ist und als er den Konter sah, hat er sich wieder fallen lassen“). Der Stürmer spielte übrigens direkt wieder sichtlich unbeschwert weiter.

Zum Auftakt der zweiten Halbzeit sah man den Reinickendorfer an, dass sie nochmal alles versuchen wollten. Doch gegen die starke Soli-Defensive kamen sie kaum zum Zuge und die Aktionen wurden sichtbar überhasteter, je länger das Spiel dauerte. In den wenigen Szenen, in denen es dann doch mal gefährlich wurde, zeigte sich Interims-Keeper Thomas von seiner Schokoladenseite: Zwei bis dreimal konnte er noch entscheidend klären, die Real-Offensive zeigte sich mit zunehmender Spieldauer sichtlich entnervt vom Mann zwischen den Soli-Pfosten. Der königliche Frust entlud sich in der teilweise überharten Spielweise der Gastgeber, der Schiedsrichter hatte allerdings entschlossen, in Hälfte zwei beide Augen zuzudrücken und einer „laissez faire“-Linie zu folgen. Die Gäste ließen sich ihrerseits aber nicht auf Spielchen ein und konterten gefährlich. Einige gute Chancen wurden dabei liegen gelassen, Soli traf Latte und Pfosten und ein Tor von Christian wurde wegen vermeintlicher Abseitsposition nicht anerkannt. So dauerte es bis ungefähr Mitte der zweiten Hälfte, bis das 0:4 die Entscheidung besiegelte. Christian krönte seine starke Leistung mit einem Solo über rechts, seinen Schuss konnte der Real-Torwart nur noch an den Innenpfosten lenken. Der frustrierte Real-Anhang sah von einem Platzsturm ab und konnte in der Folgezeit sehenswerte Kombinationen der Gäste bestaunen. Die wohl schönste davon krönte Nils mit einem Schlenzer ins lange Ecke zum 0:5, Felix hatte zuvor per Hacke abgelegt (Felix dazu nach dem Spiel: „Den konnte ich gar nicht anders rüberlegen. Und so läuft das halt, wenn du viernull führst.“).

Fazit: Während die Defensive auch schon in den letzten Wochen gut gestanden hatte, war heute vor allem die Vorwärtsbewegung gegenüber der Laterne-Pleite stark verbessert. Es wurde ruhig kombiniert im Mittelfeld und Ballverluste nach überhasteten Steilpässen waren nicht zu sehen. Der Schachzug, Felix als Anspielstation auf der Mittelstürmer-Position zu positionieren, hatte sich erneut ausgezahlt. Einzig die Chancenverwertung hätte am Ende noch etwas konsequenter sein können, aber bei einem 5:0-Auswärtserfolg beim Tabellenzweiten ist das heute wohl zu verschmerzen. Nebenbei bleibt zu erwähnen, dass Soli Schützenhilfe für die SG Laterne leistete, die dank eines 2:1-Sieges in Tempelhof heute den Aufstieg perfekt gemacht hat. Nächstes Jahr um diese Zeit dürfen es dann gerne die Rot-Schwarzen sein, die die Aufstiegs-Korken knallen lassen. Vorher steht aber noch das letzte Saison-Spiel gegen die (heute abgestiegenen) Berliner Amateure an. Ein Punkt reicht dabei, um Platz vier zu sichern.

Nächste Woche dann also:
So, 10.2., 12h
Werner-Seelenbinder-Sportpark
SV Solidarität – SC Berliner Amateure

Anschließend Saison-Abschluss-Grillen auf dem Tempelhofer Feld! Kommt alle und bringt eure PartnerInnen, Freunde, Eltern oder Einzelfallhelfer mit.

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Über Solidarität FZ/Tasmania

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