Schwarz-rotes Feuerwerk an der Oderstrasse

Sonntag, 29.4.2012, 12h
Werner-Seelenbinder-Sportpark

SV Solidarität/Tasmania – FC Flughafen Tempelhof/Eichkamp 8:2 (4:2)

+++ Aufstellung +++
Max – Simon, Max (C), Severin – Christian (Thies), Thomas (Karsten), Moritz, Jannis, Armin – Nils (Raik), Felix

+++ Tore +++
1:0 Felix (Nils)
2:0 Nils (Armin)
2:1 …
2:2 …
3:2 Armin (Nils)
4:2 Felix (Christian)
5:2 Armin (Felix)
6:2 Nils
7:2 Armin (Nils)
8:2 Raik (Elfmeter, Moritz)

+++ Spielbericht +++
Die Ausgangssituation der beiden Tabellenachbarn hätte unterschiedlicher nicht sein können: Solidarität hatte in der Rückrunde haufenweise Punkte liegen lassen, die letzten beiden Spiele waren auf unglückliche und unnötige Art gegen Teams aus dem Tabellenkeller verloren gegangen. Der FC Flughafen hingegen hatte zuletzt eine Siegesserie hingelegt und war bis auf einen Punkt an die Rot-Schwarzen herangekommen. Ein echtes Sechs-Punkte-Spiel also. Die jüngsten Soli-Auftritte hatten den FCF allerdings scheinbar etwas überheblich gemacht: So wusste Chef-Spion Max, der heute seinen temporären Rücktritt vom Rücktritt zwischen den Soli-Pfosten vollzog, von einer siegessicheren Stimmung auf der Online-Präsenz der Tempelhofer zu berichten, wo es scheinbar nur noch um die Höhe des Auswärtssieges ging.

Der FCF bestach vor allem beim professionell vorgetragenen Aufwärmprogramm durch mannschaftliche Geschlossenheit und Disziplin, das hatte durchaus Zweitligaformat! Allerdings konnte die Gäste-Elf diesen Eindruck nicht in die darauf folgenden 90 Minuten herüber retten. Vielmehr war es der SV Soli, der von Beginn an hellwach war und seine Minimalchance auf den Aufstieg wahren wollte. Chefcoach Micha hatte in der Kabinenanspreche flache Pässe in die Nahtstellen der Vierer-Kette gefordert. Und so sollte es geschehen: Nils spielte Felix frei, der seinem Gegenspieler die Hacken zeigte und den Gäste-Keeper souverän umkurvte, als hätte er nie etwas anderes getan (Zitat: „In meinen Adern fließt Stümer-Blut“). Michas kurzfristiger Schachzug, Felix als vorderste Spitze aufzubieten, hatte sich jetzt schon bezahlt gemacht. Wenig später schickte Armin Nils und es stand 2:0 – fast eine Kopie des Führungstreffers. Dann allerdings folgte wie sie oft in dieser Saison eine kollektive Tiefschlaf-Phase von Soli, innerhalb von wenigen Minuten hatte der zahlreiche Gäste-Anhang gleich zwei Mal Grund zum Jubeln: Erst wurde eine lange Freistoßflanke per Kopf ins lange Ecke verlängert – keine Chance für Max zwischen den Pfosten. Dann stand nach Verwirrung im defensiven Mittelfeld plötzlich ein FCF-Stürmer frei vorm Tor und erzielte per Lupfer den Ausgleich. Dies schockte Soli aber nur kurz – oft genug hatte sich der SVS  in dieser Saison schon von zwischenzeitlichen Rückschlägen wieder erholt. Gegen Ende der ersten Halbzeit gelang folgerichtig der erneute Führungstreffer. Einen Steilpass von Nils ersprintete Armin und netzte eiskalt gegen den herausstürmenden Keeper ins kurze Eck ein – 3:2. Und es sollte noch besser kommen für die Micha-Schützlinge: Einen Eckball von Christian ließ Felix über den Scheitel ins lange Eck rutschen, der alte Zwei-Tore-Vorsprung war wieder hergestellt.

In der Pause kam Karsten für Thomas, Severin rückte dafür von der Manndeckerposition ins Mittelfeld. Auf Zuspiel von Felix erzielte Armin per Schlenzer ins lange Eck den Treffer zum 5:2 – dies war bei sommerlichen Temperaturen der moralische Genickbruch für die Gäste-Elf, ein Aufbäumen gegen die drohende Pleite war danach kaum zu sehen. Nachdem er kurz zuvor mit dem Versuch eines 40-Meter-Hebers über den FCF-Towart scheiterte, profitierte Nils beim Treffer zum 6:2 von einem ungeschickten Gästeverteidiger, der als letzter Mann ins Dribbling gegangen war – vielen Dank. Gegen demoralisierte Gäste erzielten schließlich Armin und Raik (per Elfmeter nach Notbremse-verdächtigem Foul an Mallorca-Moritz, der sich den Ball in Goalgetter-Manier an dem am heutigen Tag bemitleidenswerten FCF-Keeper vorbeigelegt hatte) die Treffer zum 8:2-Kantersieg. Der ca. fünfminütige Auftritt von Raik lässt sich wie folgt zusammenfassen: Einwechslung-Gelb-Latte-Elfmetertor-Gelb/Rot. Wobei man über die Berechtigung der Karten ebenso streiten kann wie bei Armin, der wenig später als nächster runter musste, nachdem der Schiedsrichter auf Zuruf eines Tempelhofers die Ampelkarte zückte. Aber auch mit neun Mann schaukelte Soli den komfortablen Vorsprung routiniert über die Zeit.

Fazit: Eine in allen Mannschaftsteilen geschlossene und sehr effektive Soli-Leistung gegen eine Gäste-Elf, die sich zunehmend in ihr Schicksal fügte. Keeper Max hielt, was zu halten war, die Abwehr ließ kaum etwas zu und mit einfachen Bällen zu den Mittelfeldspielern fand eine unaufgeregte und geradlinige Spieleröffnung statt. In der Vorwärtsbewegung wurde gut kombiniert und nahezu alle guten Torchancen wurden genutzt, die Effektivität erreichte heute schon fast Chelsea-Niveau. Die im Vorfeld siegessicheren Flughäfler erlitten eine Bruchlandung an der Oderstraße – und das sogar in dieser Höhe verdient. Einige Solis beklagten angesichts des souveränen Auftritts heute nochmal die in den vergangenen Wochen verspielten Punkte und der eine oder andere griff schon wieder zum Rechenschieber. In den kommenden Endspielwochen gegen Brandenburg, Laterne und Co wird sich zeigen, ob Soli die ansprechende Leistung bestätigen und vielleicht doch noch Platz drei angreifen kann.

Nächste Woche:
Sonntag, 6.5., 12h
SV Solidarität – FC Brandenburg

((Vielen Dank an Nils für den tollen Spielbericht!))

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Über Solidarität FZ/Tasmania

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